Schnee und Eis ohne Ende und die tägliche Emergenz
Seit Weihnachten hält nun dieses Winterwetter an. Die aufgetürmten Schneemassen ums Haus wellen und wattieren die Landschaft zu ungewöhnlichen Formen. Seit meinem letzten Posting sind schon wieder zwei Wochen vergangen, wie im Fluge sagt man wohl. Die weißen Flocken und das zentimeterdick sich bildende Eis haben einiges von meiner Zeit beansprucht. Wege und Plätze frei räumen, rares Streugut besorgen und verteilen usw. Zur Beseitigung der Eisschichten hatte ich die unterschiedlichsten Werkzeuge im Einsatz. Sogar mit einem schweren Vorschlaghammer hatte ich mein Glück versucht. Mit einem Teilerfolg.
Die Alster ist gut begehbar wie wir heute sehen konnten, trotz behördlichem Verbot. Ausprobiert haben wir’s noch nicht.
Wir hatten auch Besuch von einem alten Freund aus Malaysia mit seiner thailändischen Frau. So kamen wir zu einem leckeren thailändischem Menü zu Hause.
Seit längerem auch mal wieder einen Kinobesuch unternommen: “Soul Kitchen“. Kann man bestens empfehlen. Unterhaltung und Lachen ist gesichert. Ein großartiger Film! Ich finde es sehr schwierig, gute, humorvolle Filme zu drehen. Sie sind auch sehr rar. Doch dieser ist solch eine Rarität!
Zwischendurch jede Menge Schach, Skat und andere Freizeitbeschäftigungen.
Die Vielzahl der Themen, die mir wichtig und verfolgenswert erscheinen, ist ungeheuerlich. Ich fühle mich immer an das schmale Büchlein des geschätzten Stanislaw Lem: “Eine Minute der Menschheit” erinnert. Auf unglaubliche Art und Weise hat er auf knapp hundert Seiten nichts anderes ausphantasiert, was in jeder Minute parallel auf unserer Welt alles geschieht. Das Buch stammt aus dem Anfang der 80er Jahre. Damals waren wir knapp 4 Mrd. Heute sind es um die 7 Mrd. Menschen. Fast verdoppelt. Doppeltes Gewusel, Denken, Töten, Streiten und Lieben unseres riesigen Ameisenhaufens.
Mit zwei Themen beschäftige ich mich gedanklich zurzeit am intensivsten. die philosophischen Gedankenansätze zur Naturwissenschaft und ihre Verknüpfung zu Geist und Bewusstsein, aber auch mit dem Digitalisierungssturm, der über uns hinwegfegt (siehe auch mein Posting auf meinem Antiquariatsblog).
Bei meiner Zeitungs- und Magazinlektüre suche ich auch explizit nach solchen Themen. Täglich wird man mehr als fündig. So fand ich im neuesten PM-Magazin einen höchst interessanten Artikel mit der Überschrift “Können unsere Gedanken Materie verändern?” In dem Artikel klingen viele Gedankenrichtungen an, die ich von Dr. Warnke in seinem Vortrag “Quantenphilosophie und Spiritualität” gehört habe.
Überhaupt hatte ich in den letzten Tagen an anderer Stelle gelernt, dass die die “Quantifizierung” mit Riesenschritten” voranschreitet. Man spricht von Quantenmedizin, Quantenbiologie usw. In dem PM-Artikel war auch zu lesen, dass diese junge, neue “Grenzwissenschaft” (weil sie noch außerhalb der etablierten läuft) auch einen Namen hat: “Noetik” (griechisch: noetos = geistig wahrnehmbar). Beachtenswert, dass sich auch Dan Brown in seinem neuen Thriller “Das verlorene Symbol” mit der Noetik auseinandersetzt. (Muss das Buch jetzt doch mal lesen, es wartet in deutsch und in englisch auf meine Lektüre). Das erstaunlichste dabei für mich, dass immer mehr renommierte Wissenschaftler sich derartiger Themen annehmen und ein solches Denken aus der “Schmuddelecke” der Esoterik zerren. Das hat schlicht den Grund, dass die Vielzahl der bisher ungeklärten Phänomene überproportional wächst und sich die etablierte Wissenschaft bei ihren tiefergehenden quantenphysikalischen Forschungen selbst diesen Gedankengebäuden nähert.
Zurzeit lese ich neben dem Hamburger Abendblatt noch die Süddeutsche als zweite Tageszeitung. Beide sehr intensiv. Ich stelle fest, dass eine Vielzahl an Nachrichten nicht unbedingt Wiederholungen sind, sondern interessante Ergänzungen bzw. Neuigkeiten, die in der jeweils anderen gar nicht auftauchen. Und es gibt eine ganze Reihe von News und Berichten, die in keiner der Zeitungen erwähnt werden. Dies fällt mir immer stark auf, wenn ich mir meine “Ergebnismails” durchlese: seit Jahren habe ich es mir angewöhnt, dass ich zu bestimmten Themen “Stichwort-Alerts” bei Google hinterlege; Google sendet mir dann eine automatisierte Mail mit Stichwort-korrespondierenden Themen und Links, die neu irgendwo im Web auftauchen. Wenn ich mir überlege, wie viel Neuigkeiten, neue Entwicklungen und Veränderungen dem Durchschnittsleser verloren gehen bzw. allzu schnell wieder in Vergessenheit geraten! Das ist ungeheuerlich. Was ist Wirklichkeit? Was das reale Leben? Wahrscheinlich hat jeder seine Wirklichkeit, seine persönliche Realität, die sich deutlich von den anderen unterscheidet und abgrenzt.
Auch meine Buchlektüre wähle ich derzeit natürlich vielfach aus diesen Themenfeldern. Das Lesen von SF und Phantastik habe ich bis auf wenige Autoren reduziert, da die Gegenwart und nahe Zukunft weitaus phantastischer sind.
Auf ein paar Sach-Bücher (nicht Sf/ Phantastik!) sei hingewiesen:
Marco Bischof: “Biophotonen, das Licht in unseren Zellen“;
Robert Darnton: “The Case for Books“;
Ken Auletta: “Googled“.
Zu empfehlen auch die Bücher eines zu Unrecht vergessenen Philosophen: Teilhard de Chardin. In seinen Gedankengebäuden finden sich viele Ansätze zu einer Materie-Geist-Philosophie mit starken religiösen Bezügen.
Ach ja, noch etwas gilt es zu entdecken: Bruce Bueno de Mesquita. Er hat eine wissenschaftlich durchaus unterlegte Methode auf Basis der anerkannten “Spieltheorie” gefunden, nahe Zukunftsentwicklungen vorauszusagen. Selbst der CIA nutzt seine Dienste als “wissenschaftlicher Wahrsager“. Auf seiner web-site und in seinem Buch: The Predictioneer’s Game” erklärt er nachvollziehbar seine Methoden. Life’s a game, and how you play is whether you win or lose.
Täglich kommt Neues, Wunderbares in die Welt!
Emergenz ist alltäglich.
Leo
P,S: morgen habe ich mal wieder Geburtstag. Die Zehnerstelle wechselt zur 6. Auch das regt zu stärkerem Nachdenken an.

15. Februar 2010 um 14:36
Herzlichen Glückwunsch Leo!
Heute morgen habe ich mit einer Freundin telefoniert, die hatte 2 Tage vor Ihrem 60sten den totalen Nervenzusammenbruch. Aber mit dem neuen Lebensjahrzehnt hat sie nach eigenen Worten erst ihre eigene Beerdigung zelebriert (war bei ihrem alten Frisör in Hamburg und hat sich einen neuen Haarschnitt verpassen lassen -beide haben sich köstlich amüsiert, da auch der Frisör seinen letzten Burnout mit exakt 60 Jahren hatte; danach war sie mit ihrem Mann lecker Essen (Leichenschmaus)), um schlussendlich als neuer Mensch mit einer ungeahnten neuen fühlbaren Kraft um sich herum ein neues Leben zu beginnen. Eine dicke fette Blockade war von ihr abgefallen und ein neuer Abschnitt des Lebens konnte beginnen.
Bei Dir hört sich das irgendwie geschmeidiger an. Wahrscheinlich durfte das eine oder andere in Deinem Leben bei Zeiten einfach sterben um dem “Neuen” Platz zu machen. Schön, wie Du so aufgeschlossen und neugierig ans Werk gehst. So wünsche ich Dir für Dein neues Lebensjahrzent viel Freude und Erfüllung!
Als Überschrift hast Du die Worte: “Immer ist Leben” gewählt.
Mein Motto ist oftmals: “Leben ist einander begegnen”
Herzliche Grüße!
Frauke Kaluzinski
Weltenhasser Weltenwasser Weltenlasser
ISBN 9-783-8391-4804-4 Demnächst im Handel erhältlich.