Start in den Advent 2009. Nahezu alle Adventswochenenden sind terminlich ausgebucht. Die Traumvorstellung von stillen, leisen Adventsklängen zu Kerzenschein und Kaminfeuer, das gegen die ersten klirrend kalten Schneetage draussen kämpft, wird von Jahr zu Jahr mehr zu einer längst vergangenen idyllischen Traumwelt. Bei 10 Grad plus, hektischem Autoverkehr und dem üblichen Großstadtgewusel in der City blickt man auf die verblassenden Adventskalenderbilder, die vergrabene Erinnerungen aufblitzen lassen.
Wie ein Blitz war diese Woche auch wieder vorbei. Donnerstag wie gewohnt mit “City-Day”: einige Bestandskäufe im Antiquariat, sonstige Besorgungen für den Haushalt (für bestimmte Glühbirnen wird es schwierig, Läden zu finden, die sie anbieten), dem angenehmen Mittagstreff mit den alten Kollegen, ersten Geschenkeinkäufen.
Freitag abend Skatabend, wobei wir unbedachterweise in unserem Lokal nicht reserviert hatten, und prompt eine geschlossenen Gesellschaft unserem Kartendrang im Wege stand. Die Suche nach einem Ausweichlokal war zwar von Erfolg gekrönt, aber die Gastwirtin von einer nicht mehr zu übertreffenden Ungastlichkeit brachte uns einstimmig zu dem Urteil, dass dies wohl der erste und letzte Besuch an diesem Ort war.
Samstag abend von Freunden (ehemaliger Arbeitskollege) zu einem Dinner in Pinneberg eingeladen. Wunderbar gegessen (Ente), getrunken und Neuigkeiten ausgetauscht (Kollege arbeitet seit neuestem wieder im Süden/ München und führt eine Wochenendehe). Der unterhaltsame Abend fand etwas abrupt sein Ende durch den Anruf von Sohnemann, der seinen Autoschlüssel incl. Hausschlüssel, etc.. verloren hatte und nun vor dem nicht zugänglichen Auto siebzig Kilometer von zuhause entfernt stand. Das gab alles wieder neuen Zündstoff für Diskussionen und Regelungsbedarf. Nach unruhiger Nacht, einem ungeplanten Ausflug (70 km) und einigen Diskussionen hat sich wieder etwas adventliche Besinnung eingefunden. Auto und Inhalt wurden gerettet und freundliche Leute haben jetzt auch noch den vermissten Schlüsselbund aufgefunden. Wir können uns also wieder dem Adventskranz und dem ersten weihnachtlichen Gebäck zuwenden.
Eigentlich wollte ich nun in aller Ruhe die sonntäglichen Bundesligaspiele bei dem (teuer bezahlten) SKY verfolgen, da ertönt der Ruf: “Wir wollten ja ins Kino!” Es soll der alternde Richard Gere angehimmelt werden, in seinem neuesten Remake: Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft.
R. Gere und ein toller Hund. Mein kleiner Einwand, dass der Film blöderweise zeitlich parallel zur Bundesliga läuft, fand eine entwaffnende Antwort:”Du kannst es dir ja überlegen” Punkt.
Na gut, wir waren schon ewig nicht im Kino. Und dieser Gere-Film gibt mir sicher auch ein paar Punkte, damit ich meinen Wunschfilm in naher Zukunft anmelden darf: 2012.
Wirklich besinnlich so ein Advent. Bekomme nun leicht Hunger, freue mich auf den Kaffee und die Plätzchen.
Leo