Immer ist Leben!

Eigentlich hatte ich zu den Beiträgen dieses Blogs „Endspiel“ mit keinen Kommentaren gerechnet. Ich will ja auch nur ein paar Schlaglichter aus meinem Alltag beschreiben, in der Zeit nach Abschluss der Arbeitslebensphase oder Lebensarbeitsphase? Vielleicht den einen oder anderen Hinweise geben, was man alles machen kann und wie viel Spaß und Spannung das Leben bereit hält, wenn man sich nicht auf die Rentnercouch zurückzieht. Doch zu meinem letzten Beitrag „Quantenphilosophie“ bekam ich einige  interessante Zuschriften (siehe Kommentare), die mich auch veranlassen, einiges nachzutragen: das Symposium und die exzellenten Vorträge waren für mich kein Ereignis, das man so einfach abhakt -als gehört- wie vieles sonst, sondern wird mich die nächsten Jahre intensiver beschäftigen. Einfach weil es um die grundsätzlichsten Themen unser aller Leben geht. Die Veranstaltung lief unter der „Obhut“, der „Stiftung Rosenkreuz“, von der ich bis dato noch nichts gehört hatte. Auch mit ihr muss man sich mal auseinandersetzen. Auf jeden Fall lohnt eine intensivere Ergründung des Gedankengutes von Herrn Warnke. Man darf auch gespannt sein auf das angekündigte Buch, in dem sein Vortrag nochmals ausführlich dargestellt wird. Irritierend fand ich nur, dass er schon seit Jahren in die exzentrische esoterische Ecke gestellt wird. Doch das findet man ja oft, wenn Wissenschaftler ihren eingegrenzten Scheuklappenbereich überschreiten und das bisher nicht „erlaubte“ zu überdenken beginnen. Da gibt es zahlreiche Namen aller wiss. Kategorien, Physiker, Biologen, Chemiker, Mediziner… Bemerkenswert auch, dass er wie ich im Netz feststellte, dass er zu den „Strahlenwarner“ gehört. Als vor einiger Zeit vom plötzlichen Verschwinden der Bienen in bestimmten Ländern zu lesen war, führte er dies auf die immense Zunahme des Elektrosmogs zurück. Natürlich „bewiesen“ ihm einige wissenschaftliche Kontrahenten das Gegenteil und unterminierten seine Kompetenz.
Interessant ist, dass bei näherer Beschäftigung mit der Quantenphysik klar wird, dass die dabei auftretenden Phänomene phantastischer sind als sich alle Phantasten der Literatur oder esoterische Spinner ausdenken können. Und die sind wissenschaftlich nachgewiesen und bestätigt. Seit ich mich näher mit der Quantenphysik beschäftige, ist mein früher in hohem Kurs stehender Lektürekonsum an Science Fiction und Phantastischer Literatur deutlich zurückgegangen. Nichts ist phantastischer als diese Wirklichkeit unseres Lebens.

Irgendwie war die vergangene Woche wieder voller Action. Täglich gibt es eigentlich neues. Frau sagt, ich verzettel mich. Ich denke nicht so. Auf dem Symposium “ Quantenphilosophie“ hörte ich von dem  Gedanken, dass wir alle eigentlich jeden Tag zu mehr als 90 Prozent fast ritenhaft das gleiche tun, das gleiche denken, irgendwie gefangen sind in unseren Gewohnheiten, Denkschemata. Eigentlich nie die Grenzen, die wir uns selbst gezogen haben überschreiten. Dabei ist das unendliche Meer de Möglichkeiten für uns alle offen, wir brauchen nur hineinzugreifen. Nur so kommt das Neue in die Welt. Ich bemühe mich, und es gelingt eigentlich mühelos, täglich neues Wunderbares zu erfahren, zu entdecken.

Ringsum um unser Haus hat sich eine ungewohnte weiße Welt aufgebaut. Man braucht kein Romantiker zu sein, um den Zauber der von dieser seltsamen Pracht ausgeht echt „zauberhaft“ zu empfinden. 20 cm hoch bedeckt das gewandelte Wasser einfach alles und strahlt und verbreitet eine nie empfundene Dämpfung der ansonsten laut tosenden Welt.

Vergangenen Mittwoch hatten wir unseren ersten Schach-Mannschaftskampf in 2010. Leider verlor unsere Mannschaft 3:5. Ich konnte am Brett 5 spielend ein Remis erzielen, mit dem ich ganz zufrieden war. Mein Wett-Kampf ging hin und her, ich konnte aber mit den schwarzen Steinen spielend, immer die Balance halten, alle Angriffspositionen entschärfen und selbst Gegendrohungen aufbauen. So kam es zu einem Remis auf Vereinbarung. Der Kosmos Schach hat für mich nie seine Faszination verloren. Mittlerweile reise ich in diesem Kosmos schon 50 Jahre und habe bisher sicher nur einen winzigen Bruchteil seiner Tiefe und seiner Schönheit gesehen.

Am Donnerstag Abend hatten wir Gelegenheit in eine völlig andere Welt zu blicken. Wir hatten Premiere-Karten für „India„, eine wirklich sehenswerte indische Show, die im Verlaufe ihrer Deutschlandtour nun in Hamburg angekommen ist. Die fremdartige, unglaubliche Akrobatik beeindruckt ungemein, entführt in die Welt der Yogis und Maharadschas. Am liebsten möchte man die nächste Urlaubsreise auf diesen bevölkerungsreichsten „Kontinent“ buchen.

Zwischendurch war ich intensiv mit Aktivitäten für mein Antiquariat beschäftigt. Neue Bücher besorgen an meinem City-Day, Bücher beschreiben und ins Internet stellen, einiges an Korrespondenz mit Kunden erledigen, usw. Der Januar war auch ein ganz guter Umsatzmonat (für meine Verhältnisse), und dabei fällt natürlich ne Menge an Routinearbeit an (Bücher verpacken, versenden, Rechnungen schreiben, Datenbanken aktualisieren, etc.). Dann entdeckte ich diese Woche eine US- Internetfirma, die digitizing on demand anbietet und dies für rare antiquarische Bücher. Eine tolle Geschäftsidee! Und sie stützt weiter meine These und Überlegungen, dass die alte Gutenbergwelt nach 500 Jahren ihre dominierende Rolle verliert. Diese Firma KirtasBooks wird mich noch stärker beschäftigen und sicher auch bald breiter bekannt werden. Näheres dazu auf meinem Antiquariats-Blog, wen’s interessiert.
Passend zu diesem Thema kam auch die Vorstellung von Apple’s neuem Wundergerät dem IPAD.   Mit Steve Job’s Hard- und Software kommt das Thema e-book so richtig in Schwung.

Im Fernsehen läuft im Moment eine dieser unzähligen Kopiesendungen von Wer wird Millionär. Wir warten auf den Start des Filmes „Der Pianist“ von Polanski. Am frühen Abend hatten wir uns eine Weihnachtsgeschenk-DVD angesehen: Unter dem Volcano, nach dem Buch von Malcolm Lowry. Eigentlich ein sehr düsterer, bedrückender Film. Für uns von besonderem Interesse, da er gänzlich in Mexico gedreht worden war (Morelos), und in den ersten Novembertagen (die bekannten dias de los muertos) spielt. Die Mexikaner sind das einzige Volk, das Allerheiligen mit lauten und fröhlichen, öffentlichen Feiern begeht. Wer diese fremdartige Tradition mal miterlebt hat, wird es nie wieder vergessen.

Meine kleine Alltagswelt ist so vielfältig wie dieses kleine geschilderte Kaleidoskop. Aber ich fühle mich sehr wohl dabei.

Morgen besucht uns ein alter Freund mit seiner Frau für ein paar Tage. Er blieb nach seiner Frühpensionierung in Malaysia und hat sich dort seine neue Welt gebaut.

Ach ja, ich wollte ja hin und wieder etwas aus dem geschätzten Rabenkalender (nachdem ich nun ja doch noch ein Exemplar bei EBAy ergattert habe) zum Besten geben: auf dem Blatt 31. 1.2010 : ein Zitat von Groucho Marx: „Dies sind meine Grundsätze. Wenn Sie Ihnen nicht gefallen, -ich hab auch andere.“

Salü bis denne

Leo

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