Morgendämmerung in den Medien

In letzter Zeit ist eine deutlich kritischere Haltung zu unserer schönen neuen Welt zu verspüren. Auch die Jugend nimmt vorsichtigere Standpunkte ein:
So nimmt sich zum Beispiel die 25jährige Annabell Behrmann, Volontärin beim Hamburger Abendblatt,  in ihrer wöchentlichen Kolumne „Mein Leben in den wilden Zwanzigern“ die individualisierte Werbung vor, an der wir zunehmend „leiden“. Sie überschreibt ihren Beitrag mit

Werde ich von meinem Smartphone belauscht?
Ich unterhalte mich über einen Joghurt – und kurz darauf ploppt Werbung für ihn auf. Verrückt. Und wohl kein Zufall.
(HA, 1.2.2018)

Die 25jährige beklagt die zunehmende Überwachung unseres Lebens und die Zugriffe auf unsere individuelle Freiheit. Ihr letzter Satz: „Es bleibt wohl nur die Möglichkeit, den Stecker zu ziehen

In der letzten (spät-) sonntäglichen ZDF-Sendung Precht (Richard David Precht im Gespräch mit…) diskutierte der populäre Philosoph mit Prof. Udo di Fabio, dem ehemaligen Bundesverfassungsrichter, über das Thema „Betreutes Leben – Wie uns Google, Facebook und Co. beherrschen
Wer dieses sehens- und hörenswerte Gespräch verpasst hat, sollte die heutigen Möglichkeiten nutzen und sich die Sendung in der ZDF-Mediathek ansehen. Es lohnt sich, auch wenn das Fazit ernüchternd ist. Beide Gesprächspartner haben keine Lösungswege aus der wachsenden Klemme, in die wir zusehends geraten. Einziger Ausweg: Optimistisch bleiben, die Menschheit hat immer einen Rettungsweg gefunden, und Pessimismus ist der schlechtere Ratgeber.
Ein etwas dünner Schlussakkord, aber vielleicht gibt es im Moment nichts anderes.
Dennoch die gute Folge: Es wird klar, es geht um sehr viel, letztendlich unsere Freiheit.

Passend zum Stichwort Freiheit, erschien kürzlich ein schmales Bändchen von Hannah Arendt: Die Freiheit frei zu sein. Ein erstmals veröffentlichtes Essay, geschrieben vor langen Jahren. Aber aktuell ohne Verfallsdatum. Sie fordert aktive Wachsamkeit.

Und nochmals mein Hinweis zu dem Werk von Hans Jonas: „Das Prinzip Verantwortung„.

Wachsamkeit und Verantwortung sind unsere geforderten, notwendigen, modernen Tugenden.
Und es wird Zeit, dass bei den politisch Verantwortlichen die Morgendämmerung aufkommt.

(Leonardo)

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Elon Musks HeavyFalcon-Start erfolgreich, Tesla im Orbit und auf dem Weg zum Mars!

Mit nur wenig Verspätung wegen stärkerer Winde in höheren Lagen startete die Trägerrakete Heavy Falcon heute erfolgreich. Elon Musk kommentierte das phantastische Ereignis auf Twitter und veröffentlichte Fotos und Videos, erstellt im Kontrollzentrum. Ich muss sagen, mir bleibt die Spucke weg bei den Bildern, die man da zu sehen bekommt. 

Hier eine Auswahl:

so der Flugplan:

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Sanfte Rückkehr der seitlichen Trägerraketenstufen:

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Ein Tesla in der Erdumlaufbahn:

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ein Video gibt es bereits auf dem YouTube-Kanal von SpaceX zu sehen:

Live Views of Starman:

Fünf Stunden dauert nun der Flug bis zum Van Allen Gürtel, dann wird neu gezündet und beschleunigt Fahrt Richtung Mars aufgenommen. Was für ein Ereignis! Für meinen Geschmack erfährt dieses phantastische Projekt viel zu wenig Beachtung durch die Weltbevölkerung. Das war bei der Mondlandung noch anders. Wir haben das Staunen verlernt!

(Leonardo)

Kommen die „Schlachter-Bots“ (slaughter bots)?

Ich habe schon wiederholt von der wichtigen website „Future of Life“ berichtet. Sie wurde von namhaften Wissenschaftlern ins Leben gerufen, um aufzuklären und vor möglichen Fehlentwicklungen unserer Schönen Neuen Welt  zu warnen, ja zu gemeinsamen Gegen-Aktionen aufzurufen. Insbesondere liegt ihnen der Kampf gegen automatisierte Waffen, Robotersoldaten, etc. am Herzen, da sie die Entwicklung dahin als eine der größten Gefahren für die Menschheit sehen.

Vor kurzem veröffentlichten sie ein Video, das jeder gesehen haben sollte. Aber Vorsicht, es ist nichts für schwache Nerven:

 

Natürlich ist das ein Film; eine Aufbereitung von möglichen, zukünftigen Verhältnissen. Aber die Darstellung ist sehr nahe an einer erreichbaren Wirklichkeit.
Das technische Knowhow für diese neuen Waffen ist vorhanden, wie Professor Stuart Russell am Ende des Videos erklärt.

Das Video soll auch Teil einer Kampagne gegen automatisierte und KI-gesteuerte Waffen werden. Bei den Vereinten Nationen soll letztendlich ein weltweites Verbot (Bann) erwirkt werden.

Das hört sich bedrückend schwach an, ist aber wohl unsere einzige Chance. Und das Zeitfenster schließt sich rasch“.

(Leonardo)

Elon Musk schickt Tesla-Auto mit „Schwerem Falken“ zum Mars

Elon Musk verliert keine Zeit mit der Verwirklichung seiner Träume. Morgen wird seine Rakete „Heavy Falcon“ starten und sich auf den Weg zum Mars machen. Die Rakete hat eine Marketing-Last an Bord, wie man es noch nicht gesehen hat.

2018-02_05_Endspiel_Screenshot_Musk-Heavy - 1

Sie wird einen nagelneuen Tesla auf dem Mars absetzen. Vorreiter für die geplante Ausreiseexpedition von Menschen, die der Erde Lebewohl sagen wollen.

Eine Video-Animation auf YouTube zeigt, wie dieser ungewöhnlichste Autotransport aller Zeiten ablaufen soll:

 

Warum Elon Musk nur einige Tage vorher via Twitter fragwürdige Werbung macht für ein neues Produkt seiner Boring Company, die sich bisher mit revolutionären Verkehrskonzepten beschäftigte, wird sein Geheimnis bleiben:

2018-02_05_Endspiel_Screenshot_Musk-Flamethrower - 1

Flammenwerfer werden angepriesen! Und angeblich schon 20.000 Stück verkauft.
„Garantiert der Partyhit“ Der sicherste Flammenwerfer der Welt“.

Scherz? (The Boring Company not a Flamethrower) or what?

(Leonardo)

Künstliche Intelligenz schreibt Musik im Stil von Bach und Beatles

Hier bin ich nicht sicher welche Eingangsfarbe zu wählen ist -grün oder rot? Denn einerseits ist die Aussicht auf viele neue gute Bachmusik oder viele neue Beatles-Songs sehr verlockend und manche geraten dabei ins verzückte Schwärmen, andererseits beschleicht einen schon ein ungutes Gefühl, wenn die Algorithmen uns auch diese zutiefst kreative Seite unserer Menschlichkeit abspenstig machen. Nehme daher eine dritte Farbe: Blau (obwohl das ja eigentlich keine Farbe ist, wie viel behaupten. :-)).

Doch der Leser möge sich selbst sein Urteil bilden:

 

Und hier der neue Beatles-Song „Daddy’s Car„:

 

oder Beethovens Ode an die Freude, gleich in unterschiedlichen Stilrichtungen:

 

Wie lange dauert es noch bis zu den ersten Konzert-Aufführungen, wo uns derartiges präsentiert wird? Wann kommt das erste Konzert in der Elbphilharmonie?
Ist das nun eine tolle Entwicklung oder eher nicht? Was meinen Sie?

(Leonardo)

 

Zwei Monate Schachnovellen Blog

Eigentlich wollte ich im neuen Jahr 2018 meine Beiträge in diesem Blog „Endspiel„, alles zu unserer „Schönen neuen Welt„, ausgeglichener gestalten und vermehrt Ausschau halten nach positiven, erfreulichen Entwicklungen in unserer Zeit. Allein schon, um das Lesen zum Vergnügen zu machen und nicht den steigenden Pessimismus oder aufkommende Ängste von vielen zu verstärken. Allein, der Januar hat gezeigt, dass das Verhältnis von berichtenswerten guten zu bösen Nachrichten doch stark zu den negativen tendiert. Es ist schwierig positive zu finden und herauszufiltern. Ich werde mich dennoch bemühen. Zur optischen Unterscheidung werde ich den ersten Absatz positiver Beiträge in grüner Schrift setzen und negativer in roter. Dann kann jeder nach seinem Gusto seine Auswahl treffen.

Wirklich erfreulich startete mein 2. Blog Schachnovellenreise. Wer dieses Projekt noch nicht kennt oder auf dem Blog gelesen hat, hier eine kleine Zusammenfassung:

Zum 75-jährigen Jubiläum der Ersterscheinung der Schachnovelle von Stefan Zweig habe ich im Dezember 2017 ein besonderes Projekt gestartet. Ich schickte eine aktuelle Buch-Ausgabe des Insel-Verlages auf eine Solo-Reise um die Welt. Es soll seinen Weg finden von Zweig-Freund zu Zweig-Freund in vorbestimmten Orten. Der Reiseplan sieht die Orte vor, in denen Zweig lebte und wirkte: Wien, Berlin, Zürich, Salzburg, London, Bath, Petropolis in Brasilien. Anschließend sollen die Orte, an denen die Schachnovelle erstmals erschien, von dem Buch „bereist“ werden, also Rio de Janeiro, Buenos Aires, Stockholm und New York. Letztes Ziel soll Professor Randolph Klawiter, der Zweig-Bibliograph, in South Bend in den USA, sein, und anschließend soll es in der Zweig-Sammlung der State University of New York at Fredonia verbleiben.
Drei Stationen wurden mittlerweile schon „geschafft“. Zur Zeit befindet sich das Buch bei Hildemar Holl, dem Präsidenten der Internationalen Stefan Zweig Gesellschaft in Salzburg.
Wer das Buch auf seiner Reise „begleiten“ möchte, kann auf dem eigens für dieses außergewöhnliche Projekt, einer Hommage an Stefan Zweig, erstellten Web Blog online mitreisen:
Es gab auch bereits einige Reaktionen in der interessierten Öffentlichkeit, so z.B. bei der Pirckheimer Gesellschaft (Blogbeitrag vom 31.1.18).
Die „Mitspieler“ haben Freude an diesem „bibliophilen Spiel“ und begannen, das Buch mit Notizen, Zeichnungen, Beilagen, Autographen anzureichern. Da entsteht ein Unikat der besonderen Art. Stefan Zweig hätte seine Freude daran. Es entsteht ein neues Netz von Zweigfreunden und auch von Schachfreunden, ermöglicht durch die neuen Kommunikationsformen unserer Zeit. Virtuelle Welt wird verbunden mit der realen Wert. Bindemittel ist dieses großartige letzte Werk von Stefan Zweig. Auch ich habe bereits in diesen Startmonaten neue Bekanntschaften gemacht und meinen Blick auf die Schachnovelle geweitet. Gleichgesinnte nehmen Beziehung zueinander auf und stärken das unsichtbare Netz.
(Leonardo)