Archiv der Kategorie: Leserecke

Zündung

Dass ich im August eher weniger Beiträge geschrieben habe, mag manchen zu der Frage verleitet haben, ob es nicht ausreichend Themen gibt oder ich etwas die Lust verloren habe. Beides trifft nicht zu, ganz im Gegenteil:

Insbesondere im August war zu beobachten und zu erkennen, mit welcher Geschwindigkeit und mit welchem Druck die technologischen Fortschritte unserer Schönen Neuen Welt voranschreiten. Wie bei einem Raketenstart wurden alle Düsenrückstoßventile geöffnet und der Treibstoff sichtbar für jeden gezündet.

Ausgangspunkt und Motivation für den Start meines Blogs im Januar war, die noch spärlicheren Informationen über die Schöne Neue Welt-Themen zu filtern und den Lesern bewusst zu machen. Ich wies daraufhin, dass der Verlauf ähnlich wie beim Start des Internets sein würde: alle unsere Medien würden sich in steigendem Maße damit beschäftigen und uns alle dazu ins Boot holen. Ich rechnete damit bis Ende des Jahres. Doch ich lag falsch.

Bereits heute, Ende August 2017, ist der Informationsanteil an den Technologiethemen in unseren Alltagszeitungen, Zeitschriften und Magazinen, Sach- und Fachbüchern, Funk, Fernsehen und Internet immens gewachsen. Es vergeht kein Tag, an dem nicht FAZ, Die Welt, Süddeutsche, Zeit, Handelsblatt usw. auf seitenstarken Artikeln die wunderlichsten Neuigkeiten uns ins Bewusstsein befördern.

Prüft man die Cover- und Titelverzeichnisse in den großen Bahnhofs- /Flughafenkiosken so wird man mehr als fündig: Artikel, Sonderausgaben von Magazinen, ja, neue Quartals- und Monatshefte zur Digitalisierung, bedrohlichen und heilsbringenden Algorithmen, arbeitsraubenden Maschinen und Robotern, neuen Heilsversprechen durch Erkenntnisse in der Genetik bis hin zum Sieg über den Tod oder zumindest eine methusalemige Lebensverlängerung, die evolutionäre Weiterentwicklung des Menschen oder das Gegenteil, die Auslöschung unserer Spezies, durch den Durchbruch der künstlichen Intelligenz, an der immer mehr Menschen, Gruppierungen, Universitäten und Firmen arbeiten.

Auch im Internet tauchen täglich neue Sites, Blogs und Plattformen zu den Themen auf.

Es gibt neue Messen, Diskussionsrunden, Symposien (wie der ZEIT-Konvent Anfang September in Berlin zum KI-Thema) und vieles mehr; ja, wer im Alltag sensibilisiert ist, wird bemerken, dass viele unsere Gespräche im Freundes- Familienkreis sich immer öfter um diese Themen drehen. Seien es nun die autonomen Fahrzeuge oder die digitalen Finanzanlageberater.

Angesichts dieses Informations- Overflows erweist sich die Fortsetzung meines Filterprojektes in der begonnenen Form als unzuträglich, obsolet ja absurd. Auch das war vorauszusehen.

Und noch eines war vorauszusehen: je breiter und stärker diese Informationswelle uns überrollt, desto schneller verlernen wir, uns zu wundern. Wir erleben, wie Alltag entsteht. So wurde schon das Auto, die Glühbirne, das Internet Alltag, das Smartphone und vieles mehr, ohne das wir nicht mehr existenzfähig sind.

Doch dieses Abgleiten ins Alltägliche bei unseren Themen kann gefährlich sein, insbesondere da sich meines Erachtens eines als zentrales, beherrschendes zeigt: die Schaffung einer künstlichen Intelligenz und der Zeitpunkt einer möglichen Singularität. Auch hierbei sind die Triebwerke sichtbar gezündet, und es ist mit einem Take Off zu rechnen. So die Bezeichnung von Nick Bostrom in seinem tiefgehend aufklärenden, philosophischem Buch „Superintelligenz“. Das Gefährliche liegt darin, dass es um hopp oder top für die Menschheit geht. Das ist keine SF oder Theatralik, sondern nur potenziale logische Denksequenz. Für beide Folgemöglichkeiten gibt es Vor- und Nachdenker, breite und auch prominente Anhänger- und Gegnerschaften.

Meine Aufforderung an den Leser: bewahre die Fähigkeit des Wunderns, Bewunderns, bleibe wachsam und aufmerksam, bring dich ggf. aktiv ein, wenn es erforderlich wird.

Vielleicht ist es von Interesse, auf welche Hauptquellen ich zurückgreife, woher ich meine Informationen für den Blog ziehe:

Die frischesten Informationen liefert, wie könnte es anders sein, das Internet mit diversen Möglichkeiten:

– bewusstes und aktives Suchen von themenrelevanten Neuigkeiten

– Abonnements diverser Newsletter einschlägiger Seiten, Plattformen, verwandter Blogs

– Nutzung mehrerer Google alert-bots (Google bietet zur persönlichen Nutzung parametrisierbare Suchbots, die permanent das Netz nach aufgegebenen Stichworten durchsuchen und die Ergebnisse an die mailbox liefern: https://www.google.de/alerts). Zur Zeit installierte Alarme zu unseren Themen: „Amazon“, „Big Data“, „Google“, „Künstliche Intelligenz“, Network Science“, „Psychometrik“, „Singularität“, „Virtual Reality“ Das könnte man noch beliebig ausweiten, aber mehr Masse bringt nicht unbedingt mehr Qualität oder Neues. Es wird auch schnell unübersichtlich (s.o.)

– als überaus nützlich hat sich für meinen Blog auch die wachsende Nutzung meines Twitter Accounts erwiesen. Zum einen entwickelte und entwickelt sich Twitter verstärkt zur schnellen Kommunikationsnetzverbindung der intelligenteren Schicht, ob Künstler, Autoren, Wissenschaftler, Institute und Universitäten. (Facebook ist eher der Boulevard). Die Handhabung ist kinderleicht: per Einknopfbedienung folgt man einer Persönlichkeit ohne vorausgehende Genehmigungsprozedur und ist sogleich im Verteilerkreis, passivem Leserkreis seiner Kurzmeldungen. Mittlerweile bin ich Follower vieler bekannter Accounts (Unternehmer, Visionäre, Erfinder, Autoren, Institute, etc). Und bekomme verzögerungsfrei ihre Gedanken, Meinungen, Vorhaben, Erfindungen, Hinweise und Links präsentiert, und ja auch dieses: manche Ereignisse, Neuigkeiten, die auch diese Leute erstaunen oder verstören. Und darüber hinaus ergeben sich auch neue interessante Verbindungen zu starken (Knoten) Personen, es ist wie der Aufbau eines persönlichen Interessen folgenden Netzwerkes im Sinne der „Kleinen Welt -Theorie“ (Six Degrees of Separation: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kleine- Welt-Phänomen).

Wer eine Aversion gegenüber sozialen Medien hat, dem sei gesagt: ja, die fürchterlichen Nachteile und Missbrauchsmöglichkeiten sind bekannt, aber Twitter scheint ein wenig ein brauchbareres Werkzeug zu sein, die gebotenen Vorteile übersteigen sichtbar die Nachteile. Und technische Hilfe, um die Menschen zusammenzubringen, ziehe ich deutlich den Dingen vor, die sie trennen, isolieren.

Und den Prinzipienreitern sei gesagt, dass es selbstverständlich auch die Amish People gibt und geben darf, die selbst im 21. Jahrhundert den elektrischen Strom negieren/ verteufeln und ihre Äcker mit Pferden und Handpflügen bearbeiten.

Ergänzend und vertiefend beziehe ich Informationen etwas verzögert aus Tageszeitung (Hamburger Abendblatt), der ZEIT, diversen Magazinen, TV und natürlich letztlich aus ausgewählter Buchlektüre. Bei letzterem bin ich überrascht über die Fülle aktueller Neuerscheinungen, insbesondere aus dem anglo-amerikanischen Bereich. Die deutschen Übersetzungen haben leider eine Verzögerung von mehr als einem Jahr.

Warum all diese neuen Technologie-Entwicklungen mit solcher Geschwindigkeit über uns hereinbrechen und uns dadurch schwindeln lassen, darüber werde ich demnächst berichten.

Leonardo

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„Infokrieg im Netz“ und „FakeNews“. ARD und ZDF berichten aufwändig über aktuelle Entwicklungen der Manipulation.

Leo: Am späten Montagabend( 31.7.) waren hintereinander zwei Dokumentationen im Ersten zu sehen, die über das Thema Manipulation/ Beeinflussung im Netz berichteten. Das ZDF zog am Dienstag nach und liess Harald Lesch in seiner Sendereihe Leschs Kosmos über die Gefahren der Manipulation berichten (Propaganda im Internet). Der Respekt vor den Beeinflussungsmöglichkeiten ist bei den Fernsehsendern  groß, insbesondere mit Blick auf die bevorstehende Bundestagswahl.
Wer die Sendungen noch sehen möchte, sollte dies in den Mediatheken von ARD und ZDF tun, sehr empfehlenswert!
Ich glaube auch, zurecht; denn die Meldung, die ich vor kurzem bei Spektrum.de gelesen habe, wirft doch viele Fragen auf:
Die untote Bot-Armee: In dem Artikel wird die Entdeckung von 350.000 „Fake-Accounts“ auf Twitter geschildert. 350.000 Profile, hinter denen keine Menschen stehen; künstliche Twitterer, die mit Hilfe von Programmen bei Twitter angemeldet wurden. Wahrscheinlich durch einen User oder Usergruppe ins Leben gerufen. Noch sind diese Accounts „passiv“ und verbreiten keine Nachrichten. Man weiss, dass es möglich ist, dass diese Accounts mit Hilfe von Programmen automatisiert zum Senden von Tweets gesteuert werden können Künstliche Accounts, die benutzt werden können um Meinungsmache und Manipulationen im Twitter-Universum auszubreiten. Am Ende des Artikels wird von einem noch größeren Netz von Pseudo-Accounts berichtet, das bis zu 500.000 Accounts ausmacht. Da werden bei Twitter große Armeen aufgestellt, die in einen Meinungs- und Manipulationskrieg geführt werden können. Eine völlig neue Art der Meinungsbeeinflussung, ja Kriegsführung zeichnet sich da ab.

Leonardo

KI (2) : „HAL“ und „Hänschen Klein“ im sonntäglichen „Tatort“

Leo: Wow! Mit Erstaunen gesehen: „HAL“, die Wiederholung (Erstsendung 2016) des 19. Tatorts aus Stuttgart mit den Kommissaren Richy Müller und Felix Klare:
Nach dem Tatort-Intro startet der Film mit einem Mädchen, das durch einen Wald läuft und dann eine im Neckar treibende Leiche entdeckt. Untermalt wird die Szenerie von einer gepfiffenen „Hänschen klein“ Melodie.  Wer den Text des alten Kinderliedes nicht mehr drauf hat:

Hänschen klein ging allein
in die weite Welt hinein.
Stock und Hut stehn ihm gut,
ist gar wohlgemut.
Aber Mutter weinet sehr,
hat ja nun kein Hänschen mehr.
Da besinnt sich das Kind,
läuft nach Haus geschwind.

Die Tatort-Mordstory war beherrscht von vielen Themen aus unserer Schönen Neuen Welt: Überwachung, Gesichtserkennung, Computerisierung, Künstliche Intelligenz, Deep Learning, Predective Policing und letztendlich Singularität, d.h. eine KI, die sich zu höherer Intelligenzstufe entwickelt und ein Eigenleben beginnt; sein Schöpfer, der Mensch, beherrscht sein Geschöpf nicht mehr, ja wird von dieser KI ausgeschaltet.

Der Filmtitel „HAL“ ist eine Reminiszenz an den legendären SF-Film „2001 – Odyssee im Weltraum“ von Stanley Kubrick aus dem Jahre 1968. (HAL ist eine Verschlüsselung des Namens der  Computerfirma IBM – = alphabetisch ein Buchstabe zurück).

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HAL, das war der Name des Supercomputers in Kubricks Film, der sich gegen die Raumfahrer stellt und sie tötet. Nur unter großer Anstrengung und vielen Tricks gelingt es dem Filmhelden Bowman den Computer in seinen höheren Funktionen abzuschalten.

Und während seiner Deaktivierung singt der Bordcomputer HAL 9000 in der deutschen Synchronisation „Hänschen klein„.
Dieses Kinderlied war auch mutmaßlich das erste Lied, das von einem Computer – dem Zuse Z22 – gespielt wurde (Wikipedia).

2001_2Der Film wird von vielen als bester SF-Film aller Zeiten angesehen. (ich schließe mich dem Urteil an), Wer ihn noch nicht kennt, unbedingt nachholen!

Grundlage des Films ist der Roman von Arthur C. Clarke, einem der ganz großen SF-Schreiber und wissenschaftlichem Visionär, der z. B. bereits in den 70er Jahren recht genau das Internet beschrieb (siehe Video auf Wikipedia).

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Ja, und Niki Stein, der Tatort-Regisseur transponierte mutig den Stoff aus dem Filmjahr 1968 ins Jahr 2017 (gedreht und erstmals ausgestrahlt in 2016, habe ich in 2016 leider nicht gesehen).

Künstliche Intelligenz mit all seinen Unterthemen wie z.B.
BIG DATA

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oder Mustererkennung

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ist im deutschen Unterhaltungsfernsehen angekommen. Wer den Tatort 2016 versäumt hat – wie ich –  und auch jetzt 2017, der sollte ihn sich in der Mediathek der ARD ansehen, es lohnt sich. Selten so einen guten Tatort gesehen, der so zum Nachdenken und zur Diskussion anregt.

KI (1) : 30.000.000.000.000 Rechenvorgänge in einer Sekunde

„Der deutsche Autozulieferer ZF, die Zahnradfabrik in Friedrichshafen am Bodensee, macht Tempo mit einem künstlichen Gehirn. Das ist nicht nur für autonome Fahrzeuge gedacht… “
(FAZ, 29.7.2017)

mehr Lesen? weiterführende links: FAZ online

Leo: Unglaublich, kaum ist man eine Woche weg und macht ein kleines Päuschen in Sachen Blog-Schreiben, so wird man überwältigt von der Fülle neuer Meldungen mit themenrelevanten Nachrichten, sodass die notwendige Auswahl und Reduktion schwer fällt. Diesen empfehlenswerten Artikel der FAZ habe ich ausgewählt, da er erneut die Geschwindigkeit der Entwicklung von selbstfahrenden Autos und der dabei eingesetzten Künstlichen Intelligenz verdeutlicht. Und ausgerechnet die Zahnradfabrik, die für mich immer die beispielhafte Firma war, die für Mittelstand und Mechanik stand, entpuppt sich hier als Vorreiter für die Moderne in Sachen Künstliche Intelligenz und Zukunftstechnik. Bereits im Januar 2017 hatte sich ZF zur Verfolgung dieser Ziele mit der kalifornischen Firma NVIDIA zusammengetan. Diese Pressemeldung war mir damals entgangen.

Schöne Neue Welt* Ein halbes Jahr „Filter Lesung“

Leo: Die von mir bereits beim letzten Quartalsresümee festgestellte Zunahme der medialen Berichterstattung und Begleitung unserer Schönen Neuen Welt – Themen hat sich fortgesetzt, ja im erwarteten Maße gesteigert. Die Fülle an aktuellen Nachrichten im Fernsehen, der Print- und Online-Presse und Buch-Neuerscheinungen erschwert auch mir das Bloggen. Es ist einfach die Qual der Wahl unter Beibehaltung meines Vorsatzes, die Spreu vom Weizen zu trennen.
Dennoch gibt es einige, die den anrollenden technischen Tsunami nicht zur Kenntnis nehmen oder Gewicht und Bedeutung unterschätzen, verdrängen und kleinreden. Und es passiert auch eines, was bei selbst tiefgreifenden Umwälzung stets festzustellen ist: wir gewöhnen uns viel zu schnell an das Neue, nehmen es in unseren Alltag auf und damit rückt es wieder aus unserem Focus. Das ist einerseits gut und in vielen Situationen lebensnotwendig, wenn wir nicht dauerhaft in Angst und Schock verhalten wollen. Andererseits gibt es unter unseren Themen welche, die eine konkrete Auseinandersetzung mit ihnen erfordern, da sie die Zukunft unserer Spezies so tiefgehend betreffen, ja zum Teil bedrohen, wie nie zuvor. Vielfach sind Diskussionen zu führen, Vorbereitungen zu treffen und neuartige Lösungen/ Kontrollmechanismen zu entwickeln. Wie wollen wir unsere Zukunft gestalten? Wie unsere Gestaltungsmacht erhalten? Wie wollen wir leben?

Dass ich mit meinem Blog und seinen Themen richtig liege und zum rechten Zeitpunkt begonnen habe, zeigt beispielhaft neben vielen, unzähligen verwandten Blogs auch das Magazin „Spektrum der Wissenschaft“ auf seiner Online-Seite: fast zeitgleich mit Endspiel Filter Lesung startete zu Beginn des Jahres Spektrum.de mit einer neuen wöchentlichen Kolumne (von Adrian Lobe):
Digitalisierung, Ki und Robotik – Lobes Digitalfabrik. Der erste Artikel erschien am 17.1.2017.
Den aktuellen Beitrag dieser Woche halte ich für so gewichtig, dass ich ihm auch einen Beitrag widme: Algorithmen in der Justiz.

Wie erwartet, nehmen die Publikationen und Medienbeiträge zu den Blog- Themen einen immer breiteren Raum ein. Offline, online, national, international.
Allein, wenn man auf der Internetseite des Wissenschaftsmagazins Spektrum der Wissenschaft (Spektrum.de) sich umsieht, springt die starke Gewichtung der digitalen Themen deutlich ins Auge: aktuelles Angebot Digitalpaket Digitales Zeitalter.

John McCarthy einer der großen Pioniere der Künstlichen Intelligenz-Forschung hat sich einmal fast etwas verärgert geäußert: „Sobald etwas funktioniert, nennt es keiner mehr KI“. Und das scheint auch heute noch zu gelten. Allzu leicht stumpfen wir ab, zu schnell gewöhnen wir uns an Realisiertes, was wir bis vor kurzem noch als Wunder oder Unmögliches galt.

Wir sollten uns die Fähigkeit zum Wundern bewahren.

„Es gibt kein Wunder für den, der sich nicht wundern kann“
(Marie von Ebner-Eschenbach, 1830-196)

Leonardo

P.S.:  Ein Zitat von einem Zitat:
O Wunder!
Was gibts für herrliche Geschöpfe hier!
Wie schön der Mensch ist! *Schöne neue Welt,
Die solche Bürger trägt!
 
„O, wonder! 
How many goodly creatures are there here! 
How beauteous mankind is! O brave new world, 
that has such people in’t!“ 
 
(aus Aldous Huxley: „Schöne neue Welt“ / „Brave New World“, Kap. 8,
dort wird dies zitiert; Ursprung: Shakespeare: „Der Sturm / The Tempest, 5. Akt, Ferdinand und Miranda spielen Schach(!), Miranda spricht diese berühmten Zeilen!)
Ein weiterer Grund für meine neu entfachte Shakespeare-Begeisterung.
William Shakespeare, The Tempest, First Folio (1623).
(Quelle: wikipedia)

True or false? That is the question. Fake-News allerorten.

Leo:

Die Flut der Nachrichten und Informationen in der realen und virtuellen Welt lässt die Grenze zwischen Wahrheit und Fälschung im wahrsten Sinn des Wortes verschwimmen. Die meisten von uns sehnen sich nach dem Wahren, Echten. Viele lassen aber nur Falsches an sich ran, weil es interessanter oder attraktiver ist und ihrer eigenen eingeschränkten Fake-Blasenwelt entspricht. Dies wiederum rief und ruft clevere Geschäftemacher auf die Internetspielwiese, die Fake-News erfinden, produzieren und lukrativ vertreiben.

True or false? Immer heftiger und schmerzhafter stellt sich diese Frage für die Nachdenklichen. Dieses schicksalbefragende Führen eines inneren Monologes ist jedoch kein Zug unserer modernen Zeit:

To be or not to be, that is the question:
Whether ‚tis nobler in the mind to suffer
The slings and arrows of outrageous fortune,
Or to take arms against a sea of troubles,
And by opposing end them.

Sein, oder nicht sein, das ist die Frage:
Ob’s mehr uns adelt wohl im Geist, die Pfeile
Und Schleudern wüsten Schicksals stumm zu dulden,
Oder das Schwert zu ziehn gegen ein Meer der Plagen
Und im Anrennen enden:
(Shakespeare, The Tragody of Hamlet, Prince of Denmark, III. Akt, 1. Szene)

Quizenthusiasten können ihre Entscheidungsfähigkeit zwischen Wahr und Falsch hier, auf der website von Merriam-Webster auf spielerische Art trainieren.

Denen, die konkrete Hilfestellung bei der Wahrheitsfindung suchen, seien die mittlerweile zahlreichen websites empfohlen, die Faktencheck betreiben und die Fakes entlarven. Eine der ältesten ist die Seite SNOPES
Oder die EU-Seite gegen Desinformation

Präsident Trump repräsentiert selbst oft eine Quelle für Fake News oder tituliert manche Geschehnisse als solche. Niederschmetternd seine Haltung zu einer der bedrohlichsten Entwicklung unserer Geschichte, der Globalen Erwärmung und der drohenden Klimakatastrophe. Er glaubt nicht daran und hält sie für eine Erfindung der Chinesen (Spiegel).
Im wäre zu empfehlen, sich doch mal die Seite seiner NASA anzuschauen, auf der sehr demonstrativ diese bedrückende Entwicklung verdeutlicht wird: NASA Climate Change

Beim Schreiben dieses Artikels stieß ich gerade auf die aktuelle Meldung der FAZ, in der von einem Fake-Video berichtet wird, das Trump heute auf Twitter veröffentlicht hat. Die Schlacht zwischen Trump und den Medien, insbesondere dem von ihm verhassten CNN erreicht damit eine neue Dimension.

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Mir fällt dazu nichts mehr ein.
In der kommenden Woche ist er in unserer schönen Stadt Hamburg.
Wer einen Twitter-Account hat, sollte sich als Follower bei Trumps Account einschreiben, er hat mittlerweile über 30 Millionen; der Unterhaltungswert ist ungeheuer.

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Mehr resignativ Eingestellte sollten sich vielleicht anstelle des Zitates „To be or not to be?“ vom  Zitat der Fab Four trösten lassen „Let it be„:

When I find myself in times of trouble
Mother Mary comes to me
Speaking words of wisdom
Let it be

And in my hour of darkness
She is standing right in front of me
Speaking words of wisdom
Let it be

Let it be, let it be
(Ooh)
A-let it be, let it be
(Ooh-ooh)
Whisper words of wisdom
(Ooh-ooh)
Let it be
(Ooh ooh-ooh-ooh)

And when the broken-hearted people
Living in the world agree
There will be an answer
Let it be

For though they may be parted
There is still a chance that they will see
There will be an answer
Let it be

Let it be, let it be
A-let it be, let it be
Yeah, there will be an answer
Let it be

Let it be, let it be
A-let it be, let it be
Whisper words of wisdom
Let it be

Let it be, let it be
A-let it be, yeah, let it be
Whisper words of wisdom
Let it be

And when the night is cloudy
There is still a light that shines on me
Shine until tomorrow
Let it be

I wake up to the sound of music
Mother Mary comes to me
Speaking words of wisdom
Let it be-e

Yeah, let it be, let it be
Let it be, yeah, let it be
Oh, there will be an answer
Let it be-e

Let it be, let it be
Let it be, yeah, let it be
Oh, there will be an answer
Let it be

Let it be, let it be
A-let it be, yeah, let it be
Whisper words of wisdom
Let it be


(auf einen link zu YouTube mit dem dort mehrfach vertretenem Beatles Song habe ich verzichtet, da völlig unklar ist, welcher der angebotenen Songs überhaupt das „Original“ von Paul McCartney wiedergibt. Zu viele „fremde“ Interpreten werden eingeschmuggelt; an manchen Stellen macht YouTube/Google klar, dass sie die Tonspur hochgeladener Dateien gelöscht haben, da Rechteverletzungen vorliegen.
…also, da lege ich doch lieber meine alte LP aus dem Jahre 1969 auf meinen analogen Plattenteller; da bin ich mir sicher, dass Paul singt). 

WIRD SCHON ALLES GUT WERDEN.

Leonardo

PIQD gegen die Informationsflut

Leo:

Von vielen Lesern weiss ich, dass sie gegen die tägliche Informationsflut kämpfen; viele haben ihr persönliches Konzept entwickelt, um den Nachrichtenmassen beizukommen. Mehr oder weniger mit Erfolg.

Seit Beginn des Jahres biete ich meinen Blog „Endspiel: Filter Lesung“ an, um bei der Bewältigung der exponentiell wachsenden Informationsflut ein wenig zu helfen. Dabei konzentriere ich mich inhaltlich auf die auch mich stark bewegenden Schlüsselthemen unserer Schönen Neuen Welt und Entwicklungen, Bewegungen zur technischen Singularität.

Diese Woche wurde ich auf eine interessante website aufmerksam, die ein individuell einstellbares Nachrichten- und Informations- Online-Magazin anbietet:

PIQD

Die Zielrichtung ist sicher nicht neu und es gab schon einige Versuche der individuellen Zeitungen in der Vergangenheit. Google hat sein Projekt vor Jahren eingestellt.
Was Piqd hervorhebt, ist sein Anspruch auf hochwertigen Journalismus. Es wird nicht einfach eine automatisierte Linkssammlung zusammengestellt, sondern qualifizierte Schreiber und Fachleute bringen kuratierte Meldungen in die breit gestreuten Informationskanäle, die man abonnieren kann. Ein Online-Journalismus-Filter vom Feinsten.
Meines Erachtens ein guter Ansatz, um einem großen Alltagsproblem unserer Tage entgegenzuwirken: Hoher Zeitaufwand, um die Informationen, die interessieren,  im Internetmeer selbst herauszufiltern.
Ich empfehle, sich die Seite mal näher anzuschauen, ich denke, es lohnt.
Neben einem kostenfreien Probier-Account wird auch ein kostenpflichtiges Abonnement angeboten. Die Kosten betragen 3 € pro Monat bzw. 30 € im Jahr. Für eine Interessen-personalisierte „(Tages-) Zeitung“ ein vertretbarer Preis bei den gebotenen Leistungen.

Ich werde jedenfalls PIQD mal ausprobieren.

Leonardo