Archiv der Kategorie: Singularität

Von der Gen-Analyse zum Phantombild

„Der Genanalyse-Pionier Craig Venter, der das menschliche Genom dechiffriert hat, macht im Rahmen einer Studie mit der Behauptung von sich reden, er könne anhand der DNA von Menschen Gesichter identifizieren…“

mehr Lesen? weiterführende links:  Heise und Craig Venter

Leo: Eigentlich war uns dies doch immer klar, dass unser Aussehen irgendwie in den Genen festgeschrieben ist, sehen unsere Kinder oder unsere Eltern uns doch ähnlich; bei eineiigen Zwillingen ist es ja besonders deutlich. Aber irgendwie wirkt diese Nachricht doch verstörend, dass es nun möglich sein  soll, allein aus den Genen ein künstliches Bild zu generieren, das das Gesicht des „Geninhabers“ zeigt. Wofür dies nützlich sein kann? Nun, da fallen einem rasch diverse „Anwendungen“ ein. Wer denkt da nicht an effizientere Verbrecherjagden, wenn man aus aus am Tatort hinterlassenen Genspuren ein Fahndungsbild ausarbeiten kann.
Im Hamburger Abendblatt war in der letzten Woche ein interessanter Artikel zu lesen mit dem Titel: “

Was das Nasensekret im Gebetbuch der Forschung verrät
Biologen entlocken alten Büchern nach Jahrhunderten die letzten Geheimnisse. Aus dem Pergament isolieren die Forscher DNA von Menschen…“
(HA, 21.9.2017)

Wer hat nicht schon, zumindest trotz stärkerer Grippe lesend, in sein Buch gehustet, genießt, etc. Nun können unsere Wissenschaftler auch nach Jahrhunderten diese „eingetrockneten Spuren“ aus den antiquarischen Folianten herausarbeiten und die DNA filtern.
In Kombination mit Venters neuer Technik liesse sich dann auch das Gesicht des Lesers aus dem 16. Jahrhundert nachbilden. Tolle Aussichten!

Advertisements

Künstliche Muskeln mit Riesenkräften

„Forscher der Columbia University konnten einen synthetischen Muskel realisieren , der das Tausendfache seines eigenen Gewichts anheben kann.“…

mehr Lesen? weiterführende links:  PC-Welt und Mail-Online

Leo: Die Muskeln werden mit 3D-Druckern gedruckt. Die Herstellung des modernen Frankenstein nimmt Fahrt auf. Nach der Nachbildung des Denkens und des Geistes geht es auch um Knochen und Fleisch. Das Gehirn braucht ein Substrat, das eine „übermenschliche“ Kraft besitzen soll.

Forscher bauen Nanobots aus DNA

„Am California Institute of Technology (CalTech) haben Bioengineering-Forscher Nanobots auf DNA-Basis entwickelt. Die winzigen Maschinen sind in der Lage, einfache Transport-Aufgaben im Molekülbereich zu erledigen….“
(WIRED, 15.9.2017)

mehr Lesen? weiterführende links:   WIRED

Leo: Diese visionäre effiziente medikamentöse Therapiemethode findet sich schon bei Ray Kurzweil „Menschheit 2.0“. Aber auch in vielen schon Jahrzehnte altenWerbespots wurden im Trickfilm Tabletten angepriesen, deren Wirkstoffe exakt an die Körperstellen flossen, wo sie gebraucht werden. Nun scheint aus den Marketingfilmchen Wirklichkeit zu werden und auch ein echter Durchbruch gelungen zu sein, der für die medizinische Prophylaxe und Therapie große Fortschritte möglich macht.

Algorithmen erkennen Schwule an ihren Gesichtern. Algorithmen zeigen uns mögliche Gesichter allein aus der eingelesenen Gen-Sequenz.

Das Zusammenführen cleverer Algorithmen mit Mustererkennung, Deep Learning, Big Data und Fortschritten in der Gentechnik führt zu immer erstaunlicheren Ergebnissen und Erkenntnissen.
Stärker aufgeschreckt haben mich zwei heiße Meldungen der letzten Zeit:
1. Angeblich konnte eine spezialisierte künstliche Intelligenz mit signifikanter Trefferquote die sexuelle Disposition von Personen anhand ihrer Porträts erkennen.

mehr Lesen? weiterführende links:  

Software erkennt Homosexualität am Gesicht (BR)

Auch der „umgekehrte“ Weg ist machbar: aus den Genen lässt sich das sichtbare Gesicht „auslesen“ und darstellen.  Der renommierte Gen-Experte Craig Venter, einer der führenden Leute im Human Genom- Projekt hat mit Kollegen ein wissenschaftliches Papier veröffentlicht, dass diesen Durchbruch beschreibt: sie behaupten, dass ihr Algorithmus in der Lage ist, jemanden aus den Genen heraus zu identifizieren, ja selbst ein Bild (Gesicht) zu generieren, wie die Person aussieht, die diese Gene besitzt.

Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten in der Verbrechensbekämpfung: Aus einer an einem Tatort zurückgelassenem DNA-Spur könnte ein Fahndungsfoto generiert werden. Aber auch die möglichen negativen Seiten sind sehr erschreckend.

Diese Veröffentlichung wird in der Wissenschaft noch sehr kontrovers diskutiert.

mehr Lesen? weiterführende links:  Craig Venters Veröffentlichung

Leonardo

„It begins“…

Welch ein Start im September:

Mit It begins kommentiert Elon Musk eine Rede von Putin auf seinem Twitter Account:

Screenshot 2017-09-07 00.28.39

Sein link verweist auf einen Artikel auf der Nachrichtenseite „The Verge“ mit der Überschrift

Putin says the nation that leads in AI ‘will be the ruler of the world’

The Russian president warned that artificial intelligence offers ‘colossal opportunities’ as well as dangers

Hier der ganze Artikel: The Verge

Und plötzlich wird klar, die Supermächte beschäftigen sich intensivst mit dem Thema AI, ein neuer militärischer Rüstungswettlauf ist schon längst im Gange. Kaum waren die Warnungen der kritischen, wachsenden Gruppe von AI/KI-Skeptikern wie Hawking, Musk, Tegmark, usw. formuliert und offene Briefe publiziert, wird deutlich, dass die Großmächte längst ihre Waffensysteme und Armeen neu aufzurüsten beginnen ungeachtet der Warnungen und der fehlenden Lösungen für das Kontrollproblem.

Mit „It Begins“… kommt nicht nur zum Ausdruck, dass die groß prophezeite und befürchtete künstliche Intelligenz-gestützte Aufrüstung bei den Großmächten startet und uns alle näher an den Abgrund führt, sondern es kann auch als allgemeiner Start für den Take-Off der KI-Entwicklung stehen im Rahmen der Exponentialkurve und es spürbar zur explosiven Weiterentwicklung kommt.

Haben sich im August noch E. Musk und Zuckerberg ein öffentliches Streitgespräch geliefert, bei dem Zuckerberg den warnenden Aussagen von Musk deutlich widersprach, ja fast als lächerlich hinstellte, so zeigt sich nun, dass Musk und seine Gleichgesinnten durch die reale Entwicklung bestätigt werden.

Alle technologischen Veränderungen werden uns linear orientierten und denkenden Menschen nun mit wachsender Geschwindigkeit davonlaufen. Uns stehen aufregende Zeiten bevor. Nicht nur beim Thema Künstliche Intelligenz, sondern auch dem anderen gewichtigen Schwerpunktthema: der Gentechnik. Beispiel gefällig?
Vor kurzem beendete ich die Lektüre des frisch erschienenen Buches von Gerd Leonhard „Technology vs. Humanity„. Das sehr empfehlenswerte Buch hatte der Autor im „Sommer 2017“ abgeschlossen. An verschiedenen Stellen hatte er das baldige Editieren von Genen und gentechnische Eingriffe zur Behandlung von diversen Krankheiten beschrieben. Wie „veraltet“ die Bücher bei der Lektüre ein paar Wochen später sind, zeigte mir dann die Nachricht aus den USA mit dem Inhalt, dass eine neue Gentherapie gegen Blutkrebs/Leukämie zugelassen wurde. Eine Therapie, die darin besteht, Immunzellen des Patienten abzuziehen, deren Gene zu „editieren“ und zu verändern und somit fit zu machen, die bisher siegreichen Krebszellen zu bekämpfen.

mehr Lesen? weiterführende links: Spiegel online

Ein Riesenschritt nach vorne! Und mit solchen Riesenschritten ist ab sofort wöchentlich, täglich zu rechnen. Es gilt, Augen und Ohren offen zu halten!

Leonardo

P.S.: Habe heute mit Freuden das druckfrische Buch von Max Tegmark aus den USA erhalten:  „Life 3.0“, und eifrig mit der Lektüre begonnen
Max Tegmark ist Physikprofessor am MIT und Präsident des Future of Life Institute.
Life 3.0 ist sein zweites Buch und beschäftigt sich ausgiebig mit dem Segen und den Gefahren der Künstlichen Intelligenz (alle Welt scheint sich derzeit mit dem KI-Thema zu auseinanderzusetzen. Kein Wunder zeigt sich doch zusehends, dass es das wichtigste, brennendste, aber auch gefährlichste Thema für uns alle ist. Irgendwie geht es um alles. Die Menschheit steht am Scheidepunkt)

IMG_0341

 

Zündung

Dass ich im August eher weniger Beiträge geschrieben habe, mag manchen zu der Frage verleitet haben, ob es nicht ausreichend Themen gibt oder ich etwas die Lust verloren habe. Beides trifft nicht zu, ganz im Gegenteil:

Insbesondere im August war zu beobachten und zu erkennen, mit welcher Geschwindigkeit und mit welchem Druck die technologischen Fortschritte unserer Schönen Neuen Welt voranschreiten. Wie bei einem Raketenstart wurden alle Düsenrückstoßventile geöffnet und der Treibstoff sichtbar für jeden gezündet.

Ausgangspunkt und Motivation für den Start meines Blogs im Januar war, die noch spärlicheren Informationen über die Schöne Neue Welt-Themen zu filtern und den Lesern bewusst zu machen. Ich wies daraufhin, dass der Verlauf ähnlich wie beim Start des Internets sein würde: alle unsere Medien würden sich in steigendem Maße damit beschäftigen und uns alle dazu ins Boot holen. Ich rechnete damit bis Ende des Jahres. Doch ich lag falsch.

Bereits heute, Ende August 2017, ist der Informationsanteil an den Technologiethemen in unseren Alltagszeitungen, Zeitschriften und Magazinen, Sach- und Fachbüchern, Funk, Fernsehen und Internet immens gewachsen. Es vergeht kein Tag, an dem nicht FAZ, Die Welt, Süddeutsche, Zeit, Handelsblatt usw. auf seitenstarken Artikeln die wunderlichsten Neuigkeiten uns ins Bewusstsein befördern.

Prüft man die Cover- und Titelverzeichnisse in den großen Bahnhofs- /Flughafenkiosken so wird man mehr als fündig: Artikel, Sonderausgaben von Magazinen, ja, neue Quartals- und Monatshefte zur Digitalisierung, bedrohlichen und heilsbringenden Algorithmen, arbeitsraubenden Maschinen und Robotern, neuen Heilsversprechen durch Erkenntnisse in der Genetik bis hin zum Sieg über den Tod oder zumindest eine methusalemige Lebensverlängerung, die evolutionäre Weiterentwicklung des Menschen oder das Gegenteil, die Auslöschung unserer Spezies, durch den Durchbruch der künstlichen Intelligenz, an der immer mehr Menschen, Gruppierungen, Universitäten und Firmen arbeiten.

Auch im Internet tauchen täglich neue Sites, Blogs und Plattformen zu den Themen auf.

Es gibt neue Messen, Diskussionsrunden, Symposien (wie der ZEIT-Konvent Anfang September in Berlin zum KI-Thema) und vieles mehr; ja, wer im Alltag sensibilisiert ist, wird bemerken, dass viele unsere Gespräche im Freundes- Familienkreis sich immer öfter um diese Themen drehen. Seien es nun die autonomen Fahrzeuge oder die digitalen Finanzanlageberater.

Angesichts dieses Informations- Overflows erweist sich die Fortsetzung meines Filterprojektes in der begonnenen Form als unzuträglich, obsolet ja absurd. Auch das war vorauszusehen.

Und noch eines war vorauszusehen: je breiter und stärker diese Informationswelle uns überrollt, desto schneller verlernen wir, uns zu wundern. Wir erleben, wie Alltag entsteht. So wurde schon das Auto, die Glühbirne, das Internet Alltag, das Smartphone und vieles mehr, ohne das wir nicht mehr existenzfähig sind.

Doch dieses Abgleiten ins Alltägliche bei unseren Themen kann gefährlich sein, insbesondere da sich meines Erachtens eines als zentrales, beherrschendes zeigt: die Schaffung einer künstlichen Intelligenz und der Zeitpunkt einer möglichen Singularität. Auch hierbei sind die Triebwerke sichtbar gezündet, und es ist mit einem Take Off zu rechnen. So die Bezeichnung von Nick Bostrom in seinem tiefgehend aufklärenden, philosophischem Buch „Superintelligenz“. Das Gefährliche liegt darin, dass es um hopp oder top für die Menschheit geht. Das ist keine SF oder Theatralik, sondern nur potenziale logische Denksequenz. Für beide Folgemöglichkeiten gibt es Vor- und Nachdenker, breite und auch prominente Anhänger- und Gegnerschaften.

Meine Aufforderung an den Leser: bewahre die Fähigkeit des Wunderns, Bewunderns, bleibe wachsam und aufmerksam, bring dich ggf. aktiv ein, wenn es erforderlich wird.

Vielleicht ist es von Interesse, auf welche Hauptquellen ich zurückgreife, woher ich meine Informationen für den Blog ziehe:

Die frischesten Informationen liefert, wie könnte es anders sein, das Internet mit diversen Möglichkeiten:

– bewusstes und aktives Suchen von themenrelevanten Neuigkeiten

– Abonnements diverser Newsletter einschlägiger Seiten, Plattformen, verwandter Blogs

– Nutzung mehrerer Google alert-bots (Google bietet zur persönlichen Nutzung parametrisierbare Suchbots, die permanent das Netz nach aufgegebenen Stichworten durchsuchen und die Ergebnisse an die mailbox liefern: https://www.google.de/alerts). Zur Zeit installierte Alarme zu unseren Themen: „Amazon“, „Big Data“, „Google“, „Künstliche Intelligenz“, Network Science“, „Psychometrik“, „Singularität“, „Virtual Reality“ Das könnte man noch beliebig ausweiten, aber mehr Masse bringt nicht unbedingt mehr Qualität oder Neues. Es wird auch schnell unübersichtlich (s.o.)

– als überaus nützlich hat sich für meinen Blog auch die wachsende Nutzung meines Twitter Accounts erwiesen. Zum einen entwickelte und entwickelt sich Twitter verstärkt zur schnellen Kommunikationsnetzverbindung der intelligenteren Schicht, ob Künstler, Autoren, Wissenschaftler, Institute und Universitäten. (Facebook ist eher der Boulevard). Die Handhabung ist kinderleicht: per Einknopfbedienung folgt man einer Persönlichkeit ohne vorausgehende Genehmigungsprozedur und ist sogleich im Verteilerkreis, passivem Leserkreis seiner Kurzmeldungen. Mittlerweile bin ich Follower vieler bekannter Accounts (Unternehmer, Visionäre, Erfinder, Autoren, Institute, etc). Und bekomme verzögerungsfrei ihre Gedanken, Meinungen, Vorhaben, Erfindungen, Hinweise und Links präsentiert, und ja auch dieses: manche Ereignisse, Neuigkeiten, die auch diese Leute erstaunen oder verstören. Und darüber hinaus ergeben sich auch neue interessante Verbindungen zu starken (Knoten) Personen, es ist wie der Aufbau eines persönlichen Interessen folgenden Netzwerkes im Sinne der „Kleinen Welt -Theorie“ (Six Degrees of Separation: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Kleine- Welt-Phänomen).

Wer eine Aversion gegenüber sozialen Medien hat, dem sei gesagt: ja, die fürchterlichen Nachteile und Missbrauchsmöglichkeiten sind bekannt, aber Twitter scheint ein wenig ein brauchbareres Werkzeug zu sein, die gebotenen Vorteile übersteigen sichtbar die Nachteile. Und technische Hilfe, um die Menschen zusammenzubringen, ziehe ich deutlich den Dingen vor, die sie trennen, isolieren.

Und den Prinzipienreitern sei gesagt, dass es selbstverständlich auch die Amish People gibt und geben darf, die selbst im 21. Jahrhundert den elektrischen Strom negieren/ verteufeln und ihre Äcker mit Pferden und Handpflügen bearbeiten.

Ergänzend und vertiefend beziehe ich Informationen etwas verzögert aus Tageszeitung (Hamburger Abendblatt), der ZEIT, diversen Magazinen, TV und natürlich letztlich aus ausgewählter Buchlektüre. Bei letzterem bin ich überrascht über die Fülle aktueller Neuerscheinungen, insbesondere aus dem anglo-amerikanischen Bereich. Die deutschen Übersetzungen haben leider eine Verzögerung von mehr als einem Jahr.

Warum all diese neuen Technologie-Entwicklungen mit solcher Geschwindigkeit über uns hereinbrechen und uns dadurch schwindeln lassen, darüber werde ich demnächst berichten.

Leonardo

KI (3): „Gruselige“ Nachricht aus dem KI-Labor von Facebook.

Leo: Facebook unterhält wie die anderen großen Silicon Valley Firmen (Google, Apple, Amazon, Microsoft..) eigene Labore, Abteilungen zur Forschung und Weiterentwicklung künstlicher Intelligenz. Ja seit einiger Zeit haben sie sich zu einer lockeren Kooperation auf diesem Gebiet zusammengeschlossen, um sich gegenseitig zu inspirieren.
Die Nachricht, die vor kurzem aus dem Facebook Labor kam, bereitete  mir doch etwas Gänsehaut. Zwei KI Systeme (mit den Standardnamen Bob und Alice ), denen beigebracht worden war, sich auf Englisch auszutauschen, begannen ihren Dialog effizienter zu gestalten und ihre „eigene Sprache“ zu entwickeln; die Facebook-Wissenschaftler konnten den Ki-Systemen nicht mehr folgen und schalteten sie daher ab.

mehr Lesen? weiterführende links: zu Facebooks Alice und Bob

Ähnliche Fehlentwicklungen und  „Verselbständigungserlebnisse“ mit ihren KI-Systemen hatten in der Vergangenheit bereits Microsoft und auch Google.