Archiv der Kategorie: Künstliche Intelligenz (KI)

Algorithmen erkennen Schwule an ihren Gesichtern. Algorithmen zeigen uns mögliche Gesichter allein aus der eingelesenen Gen-Sequenz.

Das Zusammenführen cleverer Algorithmen mit Mustererkennung, Deep Learning, Big Data und Fortschritten in der Gentechnik führt zu immer erstaunlicheren Ergebnissen und Erkenntnissen.
Stärker aufgeschreckt haben mich zwei heiße Meldungen der letzten Zeit:
1. Angeblich konnte eine spezialisierte künstliche Intelligenz mit signifikanter Trefferquote die sexuelle Disposition von Personen anhand ihrer Porträts erkennen.

mehr Lesen? weiterführende links:  

Software erkennt Homosexualität am Gesicht (BR)

Auch der „umgekehrte“ Weg ist machbar: aus den Genen lässt sich das sichtbare Gesicht „auslesen“ und darstellen.  Der renommierte Gen-Experte Craig Venter, einer der führenden Leute im Human Genom- Projekt hat mit Kollegen ein wissenschaftliches Papier veröffentlicht, dass diesen Durchbruch beschreibt: sie behaupten, dass ihr Algorithmus in der Lage ist, jemanden aus den Genen heraus zu identifizieren, ja selbst ein Bild (Gesicht) zu generieren, wie die Person aussieht, die diese Gene besitzt.

Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten in der Verbrechensbekämpfung: Aus einer an einem Tatort zurückgelassenem DNA-Spur könnte ein Fahndungsfoto generiert werden. Aber auch die möglichen negativen Seiten sind sehr erschreckend.

Diese Veröffentlichung wird in der Wissenschaft noch sehr kontrovers diskutiert.

mehr Lesen? weiterführende links:  Craig Venters Veröffentlichung

Leonardo

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„It begins“…

Welch ein Start im September:

Mit It begins kommentiert Elon Musk eine Rede von Putin auf seinem Twitter Account:

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Sein link verweist auf einen Artikel auf der Nachrichtenseite „The Verge“ mit der Überschrift

Putin says the nation that leads in AI ‘will be the ruler of the world’

The Russian president warned that artificial intelligence offers ‘colossal opportunities’ as well as dangers

Hier der ganze Artikel: The Verge

Und plötzlich wird klar, die Supermächte beschäftigen sich intensivst mit dem Thema AI, ein neuer militärischer Rüstungswettlauf ist schon längst im Gange. Kaum waren die Warnungen der kritischen, wachsenden Gruppe von AI/KI-Skeptikern wie Hawking, Musk, Tegmark, usw. formuliert und offene Briefe publiziert, wird deutlich, dass die Großmächte längst ihre Waffensysteme und Armeen neu aufzurüsten beginnen ungeachtet der Warnungen und der fehlenden Lösungen für das Kontrollproblem.

Mit „It Begins“… kommt nicht nur zum Ausdruck, dass die groß prophezeite und befürchtete künstliche Intelligenz-gestützte Aufrüstung bei den Großmächten startet und uns alle näher an den Abgrund führt, sondern es kann auch als allgemeiner Start für den Take-Off der KI-Entwicklung stehen im Rahmen der Exponentialkurve und es spürbar zur explosiven Weiterentwicklung kommt.

Haben sich im August noch E. Musk und Zuckerberg ein öffentliches Streitgespräch geliefert, bei dem Zuckerberg den warnenden Aussagen von Musk deutlich widersprach, ja fast als lächerlich hinstellte, so zeigt sich nun, dass Musk und seine Gleichgesinnten durch die reale Entwicklung bestätigt werden.

Alle technologischen Veränderungen werden uns linear orientierten und denkenden Menschen nun mit wachsender Geschwindigkeit davonlaufen. Uns stehen aufregende Zeiten bevor. Nicht nur beim Thema Künstliche Intelligenz, sondern auch dem anderen gewichtigen Schwerpunktthema: der Gentechnik. Beispiel gefällig?
Vor kurzem beendete ich die Lektüre des frisch erschienenen Buches von Gerd Leonhard „Technology vs. Humanity„. Das sehr empfehlenswerte Buch hatte der Autor im „Sommer 2017“ abgeschlossen. An verschiedenen Stellen hatte er das baldige Editieren von Genen und gentechnische Eingriffe zur Behandlung von diversen Krankheiten beschrieben. Wie „veraltet“ die Bücher bei der Lektüre ein paar Wochen später sind, zeigte mir dann die Nachricht aus den USA mit dem Inhalt, dass eine neue Gentherapie gegen Blutkrebs/Leukämie zugelassen wurde. Eine Therapie, die darin besteht, Immunzellen des Patienten abzuziehen, deren Gene zu „editieren“ und zu verändern und somit fit zu machen, die bisher siegreichen Krebszellen zu bekämpfen.

mehr Lesen? weiterführende links: Spiegel online

Ein Riesenschritt nach vorne! Und mit solchen Riesenschritten ist ab sofort wöchentlich, täglich zu rechnen. Es gilt, Augen und Ohren offen zu halten!

Leonardo

P.S.: Habe heute mit Freuden das druckfrische Buch von Max Tegmark aus den USA erhalten:  „Life 3.0“, und eifrig mit der Lektüre begonnen
Max Tegmark ist Physikprofessor am MIT und Präsident des Future of Life Institute.
Life 3.0 ist sein zweites Buch und beschäftigt sich ausgiebig mit dem Segen und den Gefahren der Künstlichen Intelligenz (alle Welt scheint sich derzeit mit dem KI-Thema zu auseinanderzusetzen. Kein Wunder zeigt sich doch zusehends, dass es das wichtigste, brennendste, aber auch gefährlichste Thema für uns alle ist. Irgendwie geht es um alles. Die Menschheit steht am Scheidepunkt)

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KI (3): „Gruselige“ Nachricht aus dem KI-Labor von Facebook.

Leo: Facebook unterhält wie die anderen großen Silicon Valley Firmen (Google, Apple, Amazon, Microsoft..) eigene Labore, Abteilungen zur Forschung und Weiterentwicklung künstlicher Intelligenz. Ja seit einiger Zeit haben sie sich zu einer lockeren Kooperation auf diesem Gebiet zusammengeschlossen, um sich gegenseitig zu inspirieren.
Die Nachricht, die vor kurzem aus dem Facebook Labor kam, bereitete  mir doch etwas Gänsehaut. Zwei KI Systeme (mit den Standardnamen Bob und Alice ), denen beigebracht worden war, sich auf Englisch auszutauschen, begannen ihren Dialog effizienter zu gestalten und ihre „eigene Sprache“ zu entwickeln; die Facebook-Wissenschaftler konnten den Ki-Systemen nicht mehr folgen und schalteten sie daher ab.

mehr Lesen? weiterführende links: zu Facebooks Alice und Bob

Ähnliche Fehlentwicklungen und  „Verselbständigungserlebnisse“ mit ihren KI-Systemen hatten in der Vergangenheit bereits Microsoft und auch Google.

 

KI (2) : „HAL“ und „Hänschen Klein“ im sonntäglichen „Tatort“

Leo: Wow! Mit Erstaunen gesehen: „HAL“, die Wiederholung (Erstsendung 2016) des 19. Tatorts aus Stuttgart mit den Kommissaren Richy Müller und Felix Klare:
Nach dem Tatort-Intro startet der Film mit einem Mädchen, das durch einen Wald läuft und dann eine im Neckar treibende Leiche entdeckt. Untermalt wird die Szenerie von einer gepfiffenen „Hänschen klein“ Melodie.  Wer den Text des alten Kinderliedes nicht mehr drauf hat:

Hänschen klein ging allein
in die weite Welt hinein.
Stock und Hut stehn ihm gut,
ist gar wohlgemut.
Aber Mutter weinet sehr,
hat ja nun kein Hänschen mehr.
Da besinnt sich das Kind,
läuft nach Haus geschwind.

Die Tatort-Mordstory war beherrscht von vielen Themen aus unserer Schönen Neuen Welt: Überwachung, Gesichtserkennung, Computerisierung, Künstliche Intelligenz, Deep Learning, Predective Policing und letztendlich Singularität, d.h. eine KI, die sich zu höherer Intelligenzstufe entwickelt und ein Eigenleben beginnt; sein Schöpfer, der Mensch, beherrscht sein Geschöpf nicht mehr, ja wird von dieser KI ausgeschaltet.

Der Filmtitel „HAL“ ist eine Reminiszenz an den legendären SF-Film „2001 – Odyssee im Weltraum“ von Stanley Kubrick aus dem Jahre 1968. (HAL ist eine Verschlüsselung des Namens der  Computerfirma IBM – = alphabetisch ein Buchstabe zurück).

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HAL, das war der Name des Supercomputers in Kubricks Film, der sich gegen die Raumfahrer stellt und sie tötet. Nur unter großer Anstrengung und vielen Tricks gelingt es dem Filmhelden Bowman den Computer in seinen höheren Funktionen abzuschalten.

Und während seiner Deaktivierung singt der Bordcomputer HAL 9000 in der deutschen Synchronisation „Hänschen klein„.
Dieses Kinderlied war auch mutmaßlich das erste Lied, das von einem Computer – dem Zuse Z22 – gespielt wurde (Wikipedia).

2001_2Der Film wird von vielen als bester SF-Film aller Zeiten angesehen. (ich schließe mich dem Urteil an), Wer ihn noch nicht kennt, unbedingt nachholen!

Grundlage des Films ist der Roman von Arthur C. Clarke, einem der ganz großen SF-Schreiber und wissenschaftlichem Visionär, der z. B. bereits in den 70er Jahren recht genau das Internet beschrieb (siehe Video auf Wikipedia).

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Ja, und Niki Stein, der Tatort-Regisseur transponierte mutig den Stoff aus dem Filmjahr 1968 ins Jahr 2017 (gedreht und erstmals ausgestrahlt in 2016, habe ich in 2016 leider nicht gesehen).

Künstliche Intelligenz mit all seinen Unterthemen wie z.B.
BIG DATA

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oder Mustererkennung

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ist im deutschen Unterhaltungsfernsehen angekommen. Wer den Tatort 2016 versäumt hat – wie ich –  und auch jetzt 2017, der sollte ihn sich in der Mediathek der ARD ansehen, es lohnt sich. Selten so einen guten Tatort gesehen, der so zum Nachdenken und zur Diskussion anregt.

KI (1) : 30.000.000.000.000 Rechenvorgänge in einer Sekunde

„Der deutsche Autozulieferer ZF, die Zahnradfabrik in Friedrichshafen am Bodensee, macht Tempo mit einem künstlichen Gehirn. Das ist nicht nur für autonome Fahrzeuge gedacht… “
(FAZ, 29.7.2017)

mehr Lesen? weiterführende links: FAZ online

Leo: Unglaublich, kaum ist man eine Woche weg und macht ein kleines Päuschen in Sachen Blog-Schreiben, so wird man überwältigt von der Fülle neuer Meldungen mit themenrelevanten Nachrichten, sodass die notwendige Auswahl und Reduktion schwer fällt. Diesen empfehlenswerten Artikel der FAZ habe ich ausgewählt, da er erneut die Geschwindigkeit der Entwicklung von selbstfahrenden Autos und der dabei eingesetzten Künstlichen Intelligenz verdeutlicht. Und ausgerechnet die Zahnradfabrik, die für mich immer die beispielhafte Firma war, die für Mittelstand und Mechanik stand, entpuppt sich hier als Vorreiter für die Moderne in Sachen Künstliche Intelligenz und Zukunftstechnik. Bereits im Januar 2017 hatte sich ZF zur Verfolgung dieser Ziele mit der kalifornischen Firma NVIDIA zusammengetan. Diese Pressemeldung war mir damals entgangen.

Robo-Kellner verändern die Gastronomie

Leo: Noch etwas schlaksig oder sehr mechanisch zeigen sich die künstlichen Serviererinnen und Kellner in den avantgardistischen Restaurants, die einfach ihre Roboterversuche starten. Eine Vorreiterrolle nehmen dabei Gaststätten in Asien (Japan, China, Korea und Thailand) ein. Wer sich ein Bild machen möchte, wie das funktioniert, der sei auf Youtube verwiesen. Dutzende, ja hunderte von Kurzvideos zeigen die Robots im Einsatz als gastronomische Dienstboten. Dabei statten die Asiaten diese Blechkellner durchaus auch mit Humor aus wie das Video eines thailändischen Restaurants in Bangkok zeigt.
Die deutschen Versuche wirken dagegen etwas „trocken“ und eher ingenieurmäßig angelehnt an des Deutschen liebstes Kind, die „Spielzeug-Eisenbahn“, wie dieses Restaurant in Nürnberg zeigt.

Leonardo

Algorithmen nehmen nun auch auf dem Richterstuhl Platz

Leo: Die Zahl der Berufe -auch der geistigen Berufe- , die mit steigender Tendenz von KI und Algorithmen besetzt wird, ist um den richterlichen Beisitzer erweitert worden. In den USA lassen sich immer mehr Richter in Prozessen von Spezial-Algorithmen bei der Urteilsfindung beraten. Insbesondere sollen die Programme darüber Auskunft geben, wie hoch die Wahrscheinlichkeit anhand eines ermittelten Risikoscores ist, dass ein Straftäter rückfällig wird. Dies hat dann unmittelbar Auswirkungen auf das Strafmaß. Fatal, dass die Software rassistisch angehaucht zu sein schein; Schwarze haben einen erhöhten Risikoscore.

Quelle: Spektrum.de und New York Times